Oberhalb der Uhrscheibe besitzt die Uhr ihren ikonografischen und künstlerischen Glanzpunkt. Im Zentrum steht die Halbfigur des Christus als Erlöser der Welt über einem Halbrund. Das Gesims links und rechts davon ist mit Säulen und Bögen gestaltet. In den Bögen stehen sechs der zwölf Apostel (vier an der Stirnfläche, zwei an den Seitenflächen). Aus der Tür rechts der Christusfigur treten mittags um 12 Uhr und um Mitternacht die anderen sechs Apostel, umrunden den Heiland, wenden sich ihm zu, werden von ihm gesegnet und gehen durch die linke Tür ab. Ausgenommen davon ist Judas mit dem Geldbeutel in der Hand, der sich Christus nicht zuwendet, nicht gesegnet wird, und vor dem die linke Tür zuschlägt. Dort muss er bis zum nächsten Umgang bleiben.
Auf dem obersten Sims stehen ein dreigeschossiger Turm, vier Engelsfiguren sowie zwei dreieckige Zierstücke mit weiteren Engeln, fantasievollen figürlichen und ornamentalen Schnitzereien und Adam und Eva im Zentrum. Diese Szenerie ersetzte 1641/43 die unbekannte ursprüngliche Darstellung im Aufsatz der Uhr.
Auf diesen krönenden oberen Abschluss und ebenso auf die seitliche Begrenzung der Uhrscheibe und des Kalenderraumes wurde erheblicher handwerklicher, künstlerischer und finanzieller Aufwand verwendet. Natürlich hat der Zahn der Zeit in den seither vergangenen rund 360 Jahren seine Spuren hinterlassen. Aber noch immer üben die allegorischen Figuren, Fratzen, Putten, Köpfe und sonstigen Schnitzwerke der seitlichen Begrenzung sowie die zwölf Fenster aus flämischem Glas einen großen Reiz auf diejenigen aus, die sich die Zeit nehmen, nach den Schönheiten im Detail zu suchen.